Analog
Kodak Ultramax 400 + Olympus OM-2N – Luzern auf Film
Es war kein geplantes Shooting. Keine goldene Stunde, kein Stativ, kein aufwändiges Setup. Nur die Olympus OM-2N, ein frischer Kodak Ultramax 400 und ein Nachmittag in Luzern.
Manchmal sind das die besten Bedingungen.
Kodak Ultramax 400 – was ist das eigentlich?
Der Kodak Ultramax 400 ist ein Breitfilm für den Alltag. Kein Kunstfilm, kein Laborfavorit — sondern genau das, was draufsteht: universell, verfügbar, erschwinglich. ISO 400 bedeutet genug Lichtempfindlichkeit für bewölkte Tage, Schatten, Innenräume mit Fensterlicht. Man muss sich keine Gedanken über die Belichtung machen — die Kamera und der Film lösen das gemeinsam.
Die Farben des Ultramax sind warm und gesättigt, mit einem leichten Gelbstich in den Lichtern und einem tendenziell kühlen Schatten. Das ergibt einen kontrastreichen Look, der sofort nach «analog» aussieht — nicht wegen übertriebener Bearbeitung, sondern weil der Film so entwickelt.
Ultramax 400 vs. Kodak Portra 400 – der ehrliche Vergleich
Beide Filme haben dieselbe ISO-Empfindlichkeit. Sonst trennen sie Welten.
Der Kodak Portra 400 ist ein Profifilm, entwickelt für Hochzeits- und Portraitfotografie. Er ist bekannt für seine aussergewöhnlich weichen Hauttöne, die feine Körnung und die breite Belichtungstoleranz — man kann ihn über- und unterbelichten, und er verzeiht beides mit Würde. Das Portra ist teurer, subtiler, und für Menschen gemacht, die präzise Farbreproduktion brauchen.
Der Ultramax 400 ist das Gegenteil davon — im besten Sinne. Er ist günstiger, aggressiver in der Farbwiedergabe und produziert einen Look, der weniger «korrekt» ist und mehr «Charakter» hat. Die Körnung ist sichtbarer. Die Farben sind kräftiger. Es ist kein Film, der diskret im Hintergrund bleibt — er macht sich bemerkbar.
| Ultramax 400 | Portra 400 | |
|---|---|---|
| Farben | Warm, gesättigt, kontrastreich | Neutral, weich, hauttonfreundlich |
| Körnung | Sichtbar, charaktervoll | Fein, fast unsichtbar |
| Belichtungstoleranz | Gut | Sehr gut |
| Preis | Günstig | Deutlich teurer |
| Ideal für | Street, Landschaft, Alltag | Portrait, Hochzeit, Studio |
Für Street Photography und urbane Momentaufnahmen greife ich zum Ultramax. Für Hochzeiten und Portraits — wenn ich überhaupt auf Film fotografiere — zum Portra.
Das Nostalgie-Problem
Man kann nicht über analoge Fotografie schreiben, ohne das Wort «Nostalgie» irgendwann zu erwähnen. Also hier: ja, es gibt dieses Gefühl.
Wenn man die Kamera in die Hand nimmt, den Filmtransportknopf spürt, den Verschluss hört — da ist etwas, das über das reine Fotografieren hinausgeht. Es ist das Bewusstsein, dass dieser Moment jetzt auf einem physischen Träger festgehalten wird. Nicht auf einem Chip, der sich überschreiben lässt. Auf einem Streifen Kunststoff, der chemisch reagiert und das Bild buchstäblich festhält.
Das ist keine Sentimentalität. Es ist eine andere Art, mit Fotografie umzugehen.
Die OM-2N und der Ultramax 400 sind keine teure Kombination. Man bekommt beides bei PM Photo Media in Luzern — die Kamera als gepflegtes Occasion-Modell, den Film direkt im Laden. Ein Stopp, alles dabei. Was man bekommt, sind Bilder mit einem Charakter, den kein Preset replizieren kann.
Manchmal reicht ein Nachmittag in Luzern, um daran erinnert zu werden.